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Home »  Die Zeitschrift »  Archiv »  Jahrgang 2003 »  Ausgabe 6/2003 »  Bauschäden »  Vielfach mit Mängeln behaftet

Vielfach mit Mängeln behaftet

Das Problemkind Schwelle

 

Die Schwelle ist nun einmal das Fundament des Holzhauses – und Fundamente sind wichtig! Deshalb ist die sorgfältige Ausbildung der Schwelle bzw. des Wandfußpunktes von großer Wichtigkeit.

Wenngleich schwere Bauschäden heute durch Fehler im Bereich der Schwelle kaum bekannt sind, so ist dieser Grenzbereich zum Beton immer wieder für Sachverständige aus dem Mauerwerksbau ein Detail, mit welchem man sich sehr gerne auseinandersetzt.

Die Problembereiche rund um die Schwelle sind vielschichtig, wir wollen die Wesentlichen einmal beleuchten.


Einteilig oder zweiteilig

Mit oder ohne Nivellierschwelle, also einteilige oder zweiteilige Schwelle? An dieser Frage scheiden sich die Geister besonders im handwerklich orientierten Bereich. Während die industriellen Hersteller nahezu ausnahmslos auf eine Nivellierschwelle verzichten, ist sie im handwerklichen Bereich noch relativ häufig anzutreffen.



Eine 3-teilige Schwelle. Setzungen sind hier programmiert, eine unnötige Wärmebrücke auch. Der Statiker sollte sich fragen, wie die Zugkraft der Aussteifungsscheibe ins Fundement gelangt.

Bei der Diskussion was nun der bessere Weg ist, tun sich zwei riesige, nahezu unversöhnliche Lager auf. Welches ist die effizientere Lösung? Wand mit Schwelle direkt auf das Fundament oder vorher eine Nivellierschwelle aufgebracht? Es geht dabei in der Regel um die Geschwindigkeit der Montage – zumindest steht dieser Punkt bei der Diskussion im Vordergrund.


In diversen Diskussionen wird aber immer ganz schnell wieder deutlich, dass keiner wirklich konsequent die Montagetechnik, egal ob mit oder ohne Nivellierschwelle, mal so richtig optimiert hat und danach den gesamten Zeitaufwand korrekt erfasst hat.


Wenn die Nivellierschwelle überhaupt je eine Berechtigung hatte, so war dies aus Sicht des Unterzeichners die Zeit, in welcher noch Kleintafelelemente mit 1,25 m Breite produziert wurden. Hier war sicherlich die Nivellierschwelle zur passgenauen Montage der Wandelemente nötig.


Kleintafeln werden aber in Deutschland im Markt im Prinzip nicht mehr angetroffen. Ein Relikt aus vergangener Zeit also? Wie bereits erwähnt, geht es in der Regel um die Frage der Montagegeschwindigkeit und somit Kosten. Dabei wollen wir einmal den Holzmehrbedarf bei einem kleinen Haus im Erdgeschoss mit etwa 100,00 Euro (sind auch 3 Stunden) vernachlässigen.


Das Auslegen und Ausrichten aller Schwellen auf dem Fundament benötigt fast die gleiche Zeit wie das Absetzen der Wandelemente durch den Kran mit anschließendem Ausrichten – eine gute Technik und Vorbereitung vorausgesetzt.

Sind auf den Ecken der Fundamente Bezugspunkte für Innenmaß + Höhe für die fachgerechte Montage vorhanden, kann auf einfache Art und Weise mit einer stramm gespannten Schnur im Bereich der Wandoberseite durch Unterklotzen das Wandelement in der Höhe ausgerichtet werden.


Die Platzierung der Außenwandelemente kann zuvor mittels einer Schlagschnur auf dem Fundament markiert werden oder aber auch durch profilierte Klötze oder Winkel, welche vor der Montage auf den Fundamentecken aufgebracht werden.



Ein OSB-Plattenstreifen am unteren Wandende mit fliegendem Stoß. Wie soll diese Scheibe wirken? Keine Untermörtelung, ab und zu ein Kunststoffplättchen!

Die Platzierung der Innenwände ist problemlos möglich, wenn in der Bekleidung oder Beplankung der Wandelemente entsprechende Ausnehmungen oder Spurlatten vorhanden sind, ggf. auch nur angezeichnet.


Auch geringe Maßtoleranzen, die sich immer wieder im Bereich von Montagefugen ergeben, sind bei einer Montage ohne Nivellierschwelle deutlich einfacher zu Händeln.


Aus Erfahrung des Unterzeichners stellt sich dar, dass das Absetzen und Ausrichten einer Großtafel auf einer Betonplatte ohne Nivellierschwellen, gleichschnell wenn nicht sogar schneller vonstatten geht als das Aufsetzen von Wandelementen auf Nivellierschwellen.

 

Und was ist mit der Wärmebrücke?

Sachverständige aus dem Mauerwerksbau werden natürlich grundsätzlich eine Kopfdämmung vor der Kellerdecke oder Sohlplatte fordern um die gravierende Wärmebrücke in diesem Bereich auszuschließen.


Das mag im Mauerwerksbau erforderlich sein – im Holzbau in der Regel nicht!


Davon ausgehend, dass die Höhe der Schwelle 6 cm beträgt und eine 2 cm Untermörtelung stattfindet, beginnt bereits 8 cm über der Kellerdecke oder Sohlplatte die in der Wand befindliche Dämmung, wobei natürlich auch das Holz selber eine günstige Wärmeleitzahl hat.

Bei einer Dämmung auf der Kellerdecke oder Sohlplatte mit einer Dicke von 10 cm oder mehr, ist eine geschlossene Dämmschicht vom Fußboden bis an die Dämmung in der Wand anschließend vorhanden.


Im Gegensatz zum Mauerwerksbau ist also bei fehlender Kopfdämmung im Holzbau keine unzulässige Wärmebrücke vorhanden.


Gerade diese Situation lässt es sinnvoll erscheinen, auf eine Nivellierschwelle zu verzichten, weil in einem derartigen Fall bei 2 x 60 mm die Holzschwelle bereits die Höhe der Dämmschicht erreicht bzw. darüber reicht. Zwar ist grundsätzlich die Dämmwirkung von Holz noch besser als die von Mauerwerk, bei einer einteiligen Schwelle ist jedoch die Wärmebrücke weitaus günstiger!


3-teilige Schwellen, oft zur Erreichung größerer Wandhöhen eingesetzt, sind riskant. Nicht nur die Wärmebrücke an dieser ungünstigen Stelle ist hier zu erwähnen, sondern auch die zu erwartenden Setzungen, welche sich einstellen werden, wenn die Unebenheiten der einzelnen, geschichteten Hölzer sich zurückbilden. Es wird zu Setzungen und Rissbildungen kommen.

Die Windverankerung

Die Wände müssen gem. dem statischen Nachweis mit der Fundamentplatte verankert werden. Natürlich sollte der Statiker die Verankerung korrekt und wirtschaftlich optimiert nachweisen und nicht nur einen lapidaren, pauschalen Satz in der Statik aufnehmen, dass konstruktiv im Abstand von 1,25 m ein nicht weiter definierter Anker eingebracht wird. Bei einer guten statischen Optimierung ist für ein normales Ein- oder Zweifamilienwohnhaus eine Anzahl von 8 bis 12 Anker in der Regel ausreichend.



Viele Gewerke schneiden vor Ort noch an der Schwelle herum, wer aber macht die Nachimprägnierung? Die Untermörtelung fehlt!

Es ist natürlich zu beachten, dass ein Unterschied darin besteht, ob der Anker an der Schwelle oder am Holzstil angebracht wird. Findet die Befestigung des Ankers an der Schwelle statt, muss natürlich der Statiker die Einleitung der Kraft aus der Scheibenwirkung in die Schwelle nachweisen, im Regelfall durch die Vernagelung. Alternativ, und das wäre sinnvoller, sollte der Anker am Holzstil befestigt werden. Dann ist der Nachweis der Krafteinleitung in die Schwelle entbehrlich. Jede Kette ist halt nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

 

Die Untermörtelung

Hier werden immer noch Fehler gemacht. Ganz besonders bei der Ausbildung mit Nivellierschwellen. Häufig angetroffen werden Konstruktionen bei welchem die Nivellierschwellen ohne weiteren Höhenausgleich auf der Fundamentplatte aufgedübelt werden. Die Oberfläche der Fundamentplatten ist jedoch niemals so eben, dass hier eine vollflächige, gleichmäßige Auflage der Schwelle erreicht wird, egal ob es sich hierbei um die direkte, im Wandelement integrierte Schwelle oder eine Nivellierschwelle handelt.



Die so verpackte Schwelle wirkt wie ein Gummistiefel am Fuß des Hauses, welcher aber nicht ausgezogen werden kann.

Eine Rauigkeit durch Nasen, hervorstehende Kieselsteine oder anderes in einer Größenordnung von mehreren Millimetern ist immer gegeben. Werden diese Unebenheiten nicht ausgeglichen, wird es in der Folge dazu kommen, dass sich diese Unebenheiten in dem Schwellholz eindrücken, ggf. die Abdichtung in diesen Bereichen beschädigt wird und spätere Setzungen und Rissbildungen garantiert sind.


Das unebene Auflager ist auch kaum geeignet, eine ausreichende Abdichtung zwischen Schwelle und Fundament herzustellen.


Der Betonbauer nimmt für sich die Maßtoleranzen nach DIN 18202 zusätzlich in Anspruch. Werden ihm höhere Genauigkeiten abverlangt, beeinflusst das den Angebotspreis erheblich.


Bei einer Messstreckenlänge von 6,0 bis 15,0 m, ist eine Winkeltoleranz von +/– 16 mm zulässig.


Für nicht flächenfertige Oberseiten von Decken, Unterbeton und Unterböden, sind bei einer Messstreckenlänge von 4,0 m– 20 mm, bei 10,0 m – 25 mm Ebenheitstoleranz zulässig.


Grenzabmaße spielen für die Montagegenauigkeit lediglich eine untergeordnete Rolle. Allein die Winkeltoleranzen und Ebenheitstoleranzen sind jedoch derart heftig, dass eine korrekte maßgenaue Montage, ohne Ausgleich zwischen den exakt vorgefertigten Wandelementen und den unebenen und rauen Fundamentplatten nicht möglich ist.


Um diesen Höhenausgleich herzustellen, gibt es grundsätzlich zwei Verfahren und zwar:

  • Die Unterklotzung
  • Die Untermörtelung

In der VOB, Teil C, DIN 18334 ist unter Punkt 3.3.2 vorgeschrieben, dass Schwellen, Wände u. ä. auf massiven Untergründen auf der gesamten Länge kraftschlüssig zu unterfüttern sind.


Aus dieser Formulierung ließe sich recht schnell ableiten, dass als einzige zulässige Variante eine Untermörtelung der Schwelle zu sehen ist.


Es ist jedoch gleichwohl möglich, die Schwelle punktuell durch Unterlegplatten verschiedener Dicke auszugleichen. Diese Ausgleichsplatten müssen jedoch eine ausreichende Fläche aufweisen, damit die zulässige Flächenpressung des Materials nicht überschritten wird.


Sofern kein detaillierter Nachweis durch den Statiker geführt wird, ist im Bereich eines jeden Wandstils zu unterfüttern. Soll eine Unterfütterung nur bei jedem zweiten Wandstil erfolgen, muss der Statiker einen entsprechenden Nachweis führen, dass die zwischen den statisch unterfütterten Vertikalstilen befindlichen Auflagerlasten, z.B. Deckenbalken, im Element selber sicher aufgenommen werden.


Wird ein derartiger Nachweis nicht geführt und nicht jeder Stil unterfüttert, ist allerdings die Untermörtelung die einzig korrekte Ausführungsart.


Natürlich kann die Untermörtelung mit normalem Beton, besser aber mit Quellmörtel, im Winter zu Problemen führen. Ist allerdings nach der Montage auf provisorischen Ausgleichsklötzen das Gebäude im Inneren leicht beheizt und wird schnellbindender Mörtel eingesetzt, mit warmem Wasser angemacht, gibt es auch im Winter Möglichkeiten der fachgerechten Untermörtelung.

 

Chemischer Holzschutz – oder?

Die Schwelle gehört in die Gefährdungsklasse 2. Es ist entweder entsprechend dieser Gefährdungsklasse ein chemischer Holzschutz erforderlich oder Hölzer der Resistenzklasse 3 oder kleiner (z.B. Lärche, Douglasie, Kiefernkernholz etc.).

Dabei muss nicht der gesamte Querschnitt der Schwelle aus einem resistenten Holz hergestellt werden. Die Mindestdicke der resistenten Holzart muss 30 mm betragen. Ungenügend resistente Hölzer der Schwelle benötigen, wie bekannt, einen chemischen Holzschutz. Wer allerdings schon einmal druckimprägniertes Holz im Garten verbaut hat, verfügt über eigene Erfahrungen der dauerhaften Wirksamkeit des chemischen Holzschutzes. Nicht nur aus Umweltschutzgründen, sondern auch aus Gründen der höheren Sicherheit, sollte Schwellen aus resistentem Holz der Vorzug gegeben werden. Alleine das Nachimprägnieren von evtl. Rissen im Bereich der Schwelle dürfte sich schwierig gestalten.

Auch das Nachimprägnieren von Schnittstellen im Bereich von Installationen, herausgesägten Türschwellen etc. wird, sind wir einmal ehrlich, in der Praxis selten ausgeführt.



Mehrere undichte Anschlußstellen am Fenster. Hier eindringendes Wasser gelangt häufig in den „Gummistiefel“.


All zuviel Schutz ist allerdings auch wieder schädlich. Häufig angetroffen wird eine Variante, bei welcher die Schwelle in Folie „eingewickelt“ ist. Damit soll die Schwelle einen Rundumschutz erfahren. Das Gegenteil kann hieraus allerdings resultieren. Die Konstruktion ähnelt dem menschlichen Fuß in einem Gummistiefel, wir sprechen von dem so genannten „Gummistiefeleffekt.“ Läuft von der Oberseite Feuchtigkeit in die u-förmige Ummantelung der Schwelle, kann dieses Wasser hier verbleiben und nur sehr erschwert austrocknen. Die damit einhergehende lang anhaltende Feuchte in der Schwelle kann zu Schäden führen. Die Schwelle kann den Stiefel leider nicht ausziehen. Holz verträgt ja Feuchtigkeit – es muss aber eine Abtrocknungsmöglichkeit gegeben sein!


Ein Feuchteeintritt in die so u-förmig abgedichtete Schwelle ist sowohl im Zuge der Montage durch Niederschläge möglich, wie auch im Weiteren durch undichte Anschlüsse bei bodentiefen Fensterelementen, in Leibungen etc.

Der gut gemeinte sorgfältige Schutz der Schwelle geht dann leider oft daneben. Alten, erfahrenen Fensterbauern ist das Problem einer absolut dichten Oberflächenbeschichtung aus der frühen Nachkriegszeit sicherlich noch bekannt. Trotz, aber gerade wegen hochwertigsten Anstrichen faulten die Fenster zu Hauf.

 

Die Abdichtung

Die Abdichtung von Schwellen wäre sicherlich ein in sich bereits eigenständiges Thema. Verwiesen werden kann hier auf „die neue quadriga“, Ausgabe 4/ 2003.

Kurz gesagt: Auf einer Kellerdecke benötigt die Schwelle lediglich eine Abdichtung gegen Feuchte aus angrenzenden, feuchten Bauteilen. Hier genügt eine einfache simple Folie, Ölpapier o. ä., sofern im Wesentlichen zerstörungsfrei eingebracht.


Bei Schwellen auf Fundamentplatten würde das im Grunde genommen auch ausreichen, jedoch nur dann, wenn die Abdichtung der Fundamentplatte nach DIN 18195 auf eine andere Art und Weise hergestellt würde.


Da jedoch im Regelfall die Abdichtung an der Oberseite der Fundamentplatte ausgeführt wird, muss die Abdichtungsmaßnahme entweder vor der Montage ausgeführt sein oder aber unterhalb der Schwelle ein Material vorhanden sein, welches die Anforderungen der DIN 18195, mindestens Teil 4, erfüllt oder aber über ein gleichwertiges, bauaufsichtliches Prüfzeugnis verfügt wie z. B. die Folie der Fa. Gefinex – Jackon, Typ PE 3/ 300.

Ein interessantes, preiswertes und einfach zu verarbeitendes Material zur Abdichtung von Fundamentplatten.

Wird die Abdichtung der Fundamentplatte nach Errichtung des Holzbaues durchgeführt ist allerdings darauf zu achten, dass die Materialien unterhalb der Wandelemente und der späteren Flächenabdichtung „kompatibel“ sind.   

 

 

Autor:

Dipl. Ing. E. U. Köhnke

Ing. Büro für Holzbau +

Bauphysik GmbH

Uelsen

 

 

 




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